Ruhestand

Ruhestand bezeichnet den Zustand, in dem sich eine Person nach dem Ende der Lebensarbeitszeit befindet. Dieser Status wird durch das Ausscheiden aus dem Arbeitsleben insbesondere im Alter erlangt.

Der Ruhestand geht bei Arbeitnehmer/innen bei Erfüllung einer entsprechenden Anwartschaft mit dem Erstbezug der Rente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung einher und bezeichnet den letzten Lebensabschnitt der ehemaligen Arbeitnehmer/innen.Der Ruhestand begann in Deutschland bis 2011 regulär mit dem Monat, der der Vollendung des 65. Lebensjahres folgt. Ab da wurde das Renteneinstiegsalter stetig erhöht, sodass im Jahr 2029 Menschen erst mit dem vollendeten 67. Lebensjahr in den Ruhestand gehen – Ausnahmen bestätigen die Regel.
(s. wikipädia: Der Ruhestand)
Dies sind die überschaubaren Fakten – real und gefühlt ist das Thema Ruhestand wesentlich komplexer.

Kaum eine Lebensphase hat sich so dramatisch verändert wie diese. Allein die Dauer: Die Menschen bis in die 1970iger Jahre  waren mit Einritt ins Rentenalter meist  abgearbeitet, brauchten ihren  „wohlverdienten“ Ruhestand. Bei einem Durchschnittsalter von 70 Jahren (Frauen 72) waren diese Jahre gezählt.
Diese Jahre wurden tatsächlich der Ruhe gewidmet, der Familie,  der Arbeit im eigenen Garten. Reisen war noch nicht so angesagt wie es heute der Fall ist. Mobilität hatte nicht den Stellenwert, die sie heute besitzt, wo Scharen von rüstigen Rentner/innen mit Wohnmobilen durch Europa reisen. Bildung war etwas für junge Leute; heute wird lebenslanges Lernen erwartet.
Inzwischen ist es durchaus normal, dass Menschen ihren Renteneintritt um 25-30 Jahre überleben.  Körperlich weniger anstrengende Arbeit, die Errungenschaften der modernen Medizin, gesündere Ernährung und Lebensweise, vielseitige Betätigungsmöglichkeiten halten die Alten fit und mobil.
Das Credo des modernen Menschen – auch des alternden – ist selbstbestimmt, mobil und aktiv zu bleiben.
Gelingt dies, ist es ein geschenkte Lebenszeit und – qualität, es kann aber auch zum Zwang verkommen. Wenn das, was wir „Altwerden“ nennen, negativ konnotiert ist, wenn schwächer werden , gar eine Demenz, als persönliche Niederlage empfunden werden, wenn Angewiesen sein ein Makel ist, den man tunlichst nicht erleben oder seinen Angehörigen zumuten möchte, dann kann Älterwerden auch als Belastung empfunden werden.
Die unüberschaubar lange Zeitspanne des Ruhestandes sollte gut vorbereitet und sinnvoll gefüllt werden.

Fragen wie:
Was mache ich mit der freien Zeit, ohne in einen Unruhestand zu verfallen?
Wie und wo will ich leben, was möchte ich erleben?
Wo brauche ich Kontinuität und wo eine Veränderung?
Welche Talente möchte ich auch in meiner nachberuflichen Zeit nicht brach liegen lassen, und was möchte ich ganz neu lernen?
Wo möchte ich mich gesellschaftlich einbringen?
Wie lebe ich erfüllt in einer mit mir gealterten Partnerschaft, wie als Single?
Wie verändert sich mein Glaube angesichts eines endlichen Lebens sind nur einige, die nicht erst mit der ersten Rentenzahlung bewegt werden sollten.

Bereiten Sie sich – am besten mit anderen (angehenden) Ruheständler/innen  darauf vor. Knüpfen Sie  Netzwerke mit Gleichgesinnten – fordern Sie Ihre Kirchengemeinde auf, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen und Plattformen für den Austausch bereit zu halten.
Kirchengemeinde leben auch vom gesellschaftlichen Engagement und sind sicher gerne bereit, Ihnen solche Engagementfelder vorzustellen und gemeinsam mit Ihnen zu entwickeln.

Am Samstag, dem 8.2.2014 hat das Seniorenwerk sich an einem Werkstatttag der Kirchengemeinde Wedel zum Thema beteiligt.
Hier können Sie den persönlich gehaltenen Impuls der ehemaligen Pröpstin Malve Lehmann-Stäcker i.R.  und den Bericht einer Teilnehmerin herunterladen:  IMPULSREFERAT-Ruhestand
Bericht einer Teilnehmerin
Falls Sie Interesse, haben auch in Ihrer Gemeinde solch einen Tag zu veranstalten, sprechen Sie uns an. Wir stellen Ihnen gerne den Ablauf zur Verfügung.