Generationen

Alt und Jung gemeinsam für die Zukunft

 

Sen

Methusalem und Peter Pan

Diese zwei Männergestalten symbolisieren in der Literatur zwei gegensätzliche Pole.Der erste: Methusalem, der biblische Urvater, Großvaters Noahs steht für das hohe Alter und nicht nur dass, er steht für die Leistungsfähigkeit in genau dieser Lebensphase; so zeugte er mit 187 seinen ersten Sohn und lebte danach noch 782 Jahre. Darüber wie diese Zahlen zustande kommen, gibt es verschiedene Auslegungen, die von orientalischen Traditionen über Umrechnungsfehler bis zur jüdischen Tradition der Ehrung des Alters reichen.
Alt wie Methusalem ist bei uns ein geflügeltes Wort. Mit dem Bestseller Das Methusalemkomplott ist er bei uns zu trauriger Berühmtheit gelangt. Hier geht es nicht um das verehrte sondern um das gefürchtete Alter: die Menschen, die nicht weichen wollen und die Sozialsysteme und damit die jüngeren Generationen überfordern.
Peter Pan dagegen verkörpert die Unschuld und Sorglosigkeit der Kindheit, die Lust an imaginären und oft gewalttätigen Abenteuern, ohne Sorge oder Verständnis für echte Gefahren und echtes Leid. Im Gegensatz zu alle anderen Kindern wird Peter Pan nicht erwachsen und verändert sich nie. (vgl. wikipädia) Er steht in der heutigen Diskussion für eine Jugend, die selbstverliebt nur um sich selbst kreist, die ausschließlich am eigenen Vergnügen interessiert ist und kein Interesse an Verantwortung für das Allgemeinwohl hat. Bei pauschalisierten Vorurteilen über die Jugend von heute muss er häufig herhalten.

Unterschiedliche Geburtstdaten – gleiche Fragen

Es gibt zwar immer weniger gesellschaftliche Orte, an denen sich die Generationen natürlicherweise begegnen, aber das heißt noch lange nicht, dass alte und jungen Menschen keine gemeinsamen Themen hätten. Im Gegenteil: die Großeltern- und die Enkelkindergeneration nähern sich in vielen Fragestellungen in erstaunlicher Weise einander an: Wie erreiche und/oder erhalte ich meine Selbständigkeit, werden meine eigenen Entscheidungen respektiert, wie gehe ich mit Abhängigkeit und Angewiesensein um, wo finde ich bezahlbaren Wohnraum, wie komme ich mit wenig(er) Geld zurecht, was bedeutet Familie für mich, wo werde ich ernstgenommen und in gesellschaftlichen Entscheidungsprozesse einbezogen, wer akzeptiert meine etwas „schräge“ und nicht unbedingt gesellschaftskompatible Erscheinung, wer versteht meine Angst vor Krieg, um nur einige zu nennen.
Und wer behauptet: Alte würden wieder wie die Kinder, kann auf diese Fragen hingewiesen werden, aber er sollte sich hüten, alte Menschen zu infantilisieren, sie nicht ernst zu nehmen. Wer das tut, achtet auch Kinder nicht als eigenständige autonome Menschen.
Wir sind interessiert an einem Dialog auf Augenhöhe: an Menschen mit viel Lebenserfahrung und Menschen mit Lust auf Zukunft. Wir sind darauf angewiesen nicht zuletzt weil wir allen Generationen schwer zu lösende gesellschaftliche, ökologische und politische Aufgaben übergeben.
Das Seniorenwerk nährt sich diesem Thema gemeinsam mit dem Jugendpfarramt und der jungen Akademie für Zukunftsfragen. Mit unterschiedlichen Angeboten wollen wir die Gemeinden für die Generationenfragen sensibilisieren und Lust machen auf gemeinsame Diskussionen und Projekte. Wir möchten Vorurteilen und Ängsten entgegenwirken wie: Altwerden ist ein Fluch, junge Leute sind unsensibel gegen andere und übernehmen in keine Verantwortung.

 

Methusalem und Peter Pan-Flyer